Deutsches Verkehrsministerium setzt Daimler weiter zu

KBA

Wie der Bayerische Rundfunk und die ARD Sendung „Plusminus“ am Mittwoch, den 10.02.2021 berichten, hat sich das deutsche Verkehrsministerium zu den von Mercedes genutzten unzulässigen Abschalteinrichtungen geäußert.

Dabei kam heraus, dass die Daimler AG mindestens 5 unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet hat, vier davon zur Verringerung der Wirksamkeit der Abgasrückführung und eine zur Verringerung der Wirksamkeit des NOx-Nachbehandlungssystems.

Einzelne dieser Funktionen beschrieb das Verkehrsministerium auf Nachfrage genauer. Die Funktion zur Reduzierung der Wirksamkeit der NOx-Nachbehandlung funktioniert dabei folgendermaßen: Das Fahrzeug erkennt, wenn es sich auf dem Prüfstand befindet und schaltet dann in einen Modus, bei dem ausreichend AdBlue in den Abgasstrom eingespritzt wird. So wird der Grenzwert für Stickoxide eingehalten – aber eben nur auf dem Prüfstand. Auf der Straße fährt das Auto in einem anderen Modus, bei dem weit weniger AdBlue eingespritzt wird und so die Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten werden. „Dies wird als unzulässige Abschalteinrichtung bewertet“, so die Behörde.

Auch zur Kühlmittel-Sollwert-Temperaturreglung äußerte sich das Ministerium. Dabei wird die Kühlmitteltemperatur auf dem Prüfstand extra lange kühl gehalten, was zu einem geringeren Stickoxidausstoß führt. Auf der Straße dagegen gilt: Nach Ablauf eines Timers, der auf den Zeitraum des Tests auf den Prüfstand gestellt ist, wird die Kühlmitteltemperatur erhöht und das Fahrzeug stößt viel mehr Stickoxid aus. Auch hier lautet das Fazit des Ministeriums: „Dies ist als unzulässige Abschalteinrichtung zu werten.“

Im „Plusminus“ Beitrag wird zudem ein Auszug eines Schreibens zitiert, den das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt bereits im April 2019 an die Daimler AG geschickt hatte (das Dokument war bisher geheim gehalten worden). Darin heißt es:

„Die von Daimler applizierten Schaltkriterien sind so gewählt, dass wesentliche Randbedingungen des gesetzlichen Prüfverfahrens erkannt werden können...“.

Doch die Daimler AG behauptet in den Verfahren vor Gericht nach wie vor, keine prüfstandsabhängigen Abschalteinrichtungen zu nutzen. Nicht nur, dass man jahrelang seine Kunden betrogen hat, selbst jetzt, wo dem Hersteller die Behörden endlich auf die Schliche gekommen sind und zudem weitere Beweise durch Gutachten vorliegen, hat man in Stuttgart noch immer nicht den Anstand, die ganze Schummelei wenigstens zuzugeben.